Der Hof Näs

Die Großfamilie, versammelt auf Näs 1915, Samuel August, Hanna, die Kinder sowie Knechte und Mägde.

Astrid Lindgrens Großeltern väterlicherseits haben 1895 die Pacht für den Pfarrhof übernommen und sind in das rote Haus mit weißen Verzierungen gezogen. Hier ist Astrid Lindgren aufgewachsen. Samuel August hat die Pacht von seinem Vater übernommen und sie fast ein halbes Jahrhundert lang bewirtschaftet, bis sein Sohn Gunnar die Verantwortung übernommen hat. In Zusammenhang mit der Stilllegung des Landwirtschaftsbetriebs 1965, wurden Tiere und Ausrüstung auf einer Auktion verkauft. Astrid und Gunnar haben die Gebäude und das Land gleich neben dem Haus gekauft.

„Zwei Aspekte haben unsere Kindheit zu dem gemacht, was sie war – Geborgenheit und Freiheit. Wir fühlten uns geborgen bei diesen Eltern, die einander so zugetan waren und stets Zeit für uns hatten, wenn wir sie brauchten, uns im Übrigen aber frei und unbeschwert auf dem wunderbaren Spielplatz, den wir in dem Näs unserer Kindheit besaßen, herumtollen ließen.  Gewiss wurden wir in Zucht und Gottesfurcht erzogen, so wie es dazumal Sitte war, aber in unseren Spielen waren wir herrlich frei und nie überwacht.  Und wir spielten und spielten und spielten, so dass es das reine Wunder ist, dass wir uns  nicht totgespielt haben.  Wir kletterten wie die Affen auf Bäume und Dächer, wir sprangen von Bretterstapeln und Heuhaufen, dass unsere Eingeweide nur so wimmerten, wir krochen quer durch riesige Sägemehlhaufen, lebensgefährliche, unterirdische Gänge entlang, und wir schwammen im Fluß, lange bevor wir überhaupt schwimmen konnten. Keinen Augenblick dachten wir an das Gebot unserer Mutter: „Aber nicht weiter raus, als bis zum Nabel“!  Überlebt haben wir alle vier!“

Aus „Samuel August aus Sevedstorp und Hanna i Hult“, 1975.